Die Legende von Jack O’Lantern

Wer oder was ist Jack O’Lantern?

Jack O'Lantern

Jack O’Lantern war der Überlieferung nach ein geiziger, garstiger, trunksüchtiger Hufschmied, der sogar versuchte, den Teufel über’s Ohr zu hauen. An einem Abend vor Allerheiligen saß Jack in seinem Dorf in Irland in einer Wirtschaft. Ihm erschien der Teufel und wollte ihn mit hinabnehmen in sein Reich. Jack wollte noch nicht gehen und bot dem Teufel seine Seele an – für einen letzten Drink. Der Teufel willigte ein und verwandelte sich selbst in eine Sixpence-Münze, um den Wirt zu bezahlen.

Sixpence Münze (Halb-Schilling) König James I. (1605)© | coingalore.co.uk
Sixpence Münze (Halb-Schilling) König James I. (1605)
© | coingalore.co.uk

Jack aber steckte die Münze schnell in seinen Geldbeutel und verschloss ihn fest. Und weil er im Geldbeutel ein silbernes Kreuz bei sich trug, konnte der Teufel sich nicht zurückverwandeln. Jack handelte mit dem Teufel: Er ließ den Teufel frei und dieser versprach, dass Jacks Seele noch weitere 7 Jahre frei sein solle. Nach 7 Jahren, in der Nacht vor Allerheiligen, kam der Teufel zurück, um Jacks Seele zu holen. Jack bat ihn um einen letzten Gefallen: Seine Henkersmahlzeit solle ein Apfel sein, den der Teufel ihm pflückte. Der Teufel konnte ihm den letzten Willen nicht verwehren und kletterte auf einen Apfelbaum. Jack zog blitzschnell sein Messer und schnitzte ein Kreuz in die Rinde des Baumes. Der Teufel war auf dem Baum gefangen – außer Stande, herunterzuklettern, geschweige denn Jack mit sich zu nehmen. Jack handelte zum letzten Mal mit dem Teufel: Er entfernte das Kreuz aus der Rinde des Baumes und der Teufel sagte zu, dass er niemals Jacks Seele holen werde. Als Jack Jahre später starb, wurde ihm an der Himmeltür der Zutritt verwehrt, weil er sein Leben lang geizig, falsch und hinterlistig gewesen war. Er wurde zu den Höllentoren geschickt. Der Teufel aber hielt sein Versprechen und nahm ihn nicht in die Hölle auf. Wütend über Jacks neuerliches Erscheinen warf ihm der Teufel angeblich ein Stück glühender Höllen-Kohle hinterher, welches Jack in eine ausgehöhlte Rübe legte, um Licht für den Weg zu haben. Seither irrt er auf der Suche nach einer Bleibe umher, und weil die Kohle direkt aus dem Höllenfeuer kam, leuchtet sie ewig seinen Weg – bis zum jüngsten Gericht.

Traditionell geschnitze Halloweenrübe
Traditionell geschnitze Halloweenrübe. Fotografiert im Museum of Country Life (Ireland)
© Rannpháirtí anaithnid

Seit dieser Zeit gingen die Menschen dazu über, Gesichter in Rüben zu schnitzen und in der Nacht zum ersten November vor dem Haus aufzubauen: Alles, um die Geister glauben zu machen, an diesem Ort hause bereits eine verdammte Seele. In anderen Regionen geht eine Sage, die glauben macht, dass die Hexen, die in besagter Nacht zu ihrem geheimen Treffpunkt eilten einen Schädel mit einer Kerze darin mit sich trugen, um nicht vom Weg abzukommen. Vor allem die irischen Einwanderer aber verbreiteten in der neuen Welt dann später ihre Version der Geschichte: Die von Jack, dem Hufschmied. Und weil Rüben damals in Amerika nur wenig verbreitet waren, Kürbisse aber gut und schnell fast überall angebaut werden konnten, wurde aus dem Rübengesicht bald die “Kürbislaterne” – der Jack O’Lantern.

Halloweenkürbis mit Geist

Anmerkungen: Da es sich um eine ursprünglich mündlich weitergegebene Legende handelt gibt unterschiedliche Versionen. Die Zeiten in denen der Teufel Jack holen will schwanken von einem bis zu 10 Jahren. Der richtige Name soll ‚Jack Oldfield‘ sein und ‚Jack O’Lantern‘ nur eine Abwandlung davon (etwa Jack mit der Laterne). In den irischen Sagen tauchen auch Namen wie ‚Stingy Jack‘, ‚The Smith‘ oder ‚Drunk Jack‘ auf. Statt einem Kreuz in der Geldbörse zu haben soll Jack einen Geldbeutel mit einem Kreuzknoten verschlossen haben, und noch einige weitere Kleinigkeiten. Im englischsprachigen Raum wird der ausgehöhlte, mit Gesichtern versehne und beleuchtet Halloweenkürbis auch oft Jack O’Lantern genannt.

Jack O’Lantern-Pilz

Desweiteren gibt es einen Pilz welcher im dunklen leuchtet (Biolumineszenz). Er wird im deutschen u.a. ‚Leuchtender Ölbaumpilz‘ genannt. In englischsprachigen Ländern wird er umgangssprachlich oft als Jack O’Lantern-Pilz bezeichnet. Ausgiebige Infos dazu gibt es bei Wikipedia.

Dunkler Ölbaumtrichterling (Omphalotus olearius) © Andrew C
Dunkler Ölbaumtrichterling (Omphalotus olearius)
© Andrew C
Dunkler Ölbaumtrichterling (Omphalotus olearius) © Noah Siegel (Amanita virosa)
Dunkler Ölbaumtrichterling (Omphalotus olearius)
© Noah Siegel (Amanita virosa)

Jack O’Lantern-Kürbis

Auch eine alte Kürbissorte trägt den Namen ‚Jack O’Lantern‘ (curcubita pepo), teilweise wird diese Sorte auch unter dem Namen ‚Halloween‘ angeboten. Durch seine eher glatte Oberfläche, die durchschnittliche Größe von 25 – 35 cm und die gleichmäßig runde Form eignet er sich besonders gut zum Kürbisschnitzen.

Kürbissorte Jack O'Lantern
Jack O’Lantern Kürbis

Jack O’Lantern-Schriften

Mindestens drei Schriften tragen ganz oder teilweise den Namen Jack O’Lantern. Es sind ‚JackOLantern‘ von Daniel Gauthier (Gaut Fonts), ‚JackLantern BB‘ von Nate Piekos (Blambot Fonts) und ‚Jack O‘ von Claude Melle Derieppe. Diese und andere Halloween-Schriften können auf unserer Schriften-Seite kostenlosen herunterladen werden.

Jack O'Lantern Schriftarten

Jack O’Lantern Comicfigur, Film, Zeitschrift

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass sowohl DC als auch Marvel-Comics einen Bösewicht/Superschurken mit dem Namen ‚Jack O’Lantern‘ haben und es auch Filme gibt die so bezeichnet wurden oder in denen eine Figur mit dem Namen mitspielt. Ausserdem gibt es auch eine englischsprachige Zeitschrift Namens ‚Dartmouth Jack-O-Lantern‘.